Ich war der Meinung, dass es einfach sein wird meinen Ehemann nach Deutschland zu holen. Doch leider wurde ich eines Besseren belehrt.

Anmerkung der Redaktion: Im Falle von Ehegattennachzug veröffentlichen wir auch Erfahrungsgeschichten aus Sicht des/der deutschen Ehepartners/Ehepartnerin, da in diesem Falle beide Partien Opfer von Diskriminierung sind.

Lübeck, 09 Jan. 16

Sehr geeherte Damen und Herren,

Mein Ehemann Aleisi Antonio Martinez Almanzar und ich haben uns im August 2010 in der Dominikanischen Republik am Bavaro Strand kennengelernt. Ich war zu dem Zeitpunkt noch mit meinem Ex-Freund zusammen und da es in meiner letzten Beziehung kriselte habe ich diesen Urlaub als Chance oder eben als Entscheidung gesehen, ob diese Beziehung eine Zukunft hat. Es hat sich herausgestellt, dass die Beziehung keinen Sinn hat und ich habe mich deshalb im September von meinem damaligen Ex-Freund getrennt. Zu meinem Ehemann hatte ich zu dem Zeitpunkt ein freundschaftliches Verhältnis. Erst am 11. September 2010 hat sich herausgestellt, dass aus dieser Freundschaft eine tiefgründige Liebe entsteht. Ich bin an diesem Tag nur für zwei Tage zu ihm geflogen, um herauszufinden, ob er es ehrlich meint. Am Anfang war mein Ehemann nämlich sehr schüchtern und hat auch die Beziehung zu meinem Ex-Freund akzeptiert und gewürdigt. Es ist ja bekannt, dass die Dominikaner eher draufgängerisch sind und so ist er überhaupt nicht gewesen. Nicht nur das hat mir imponiert, sondern auch seine einfühlsame, liebe Art und Weise, wie er ist.

Da ich im Hotelgewerbe tätig bin, hatte ich mich dazu entschieden, ganz in die Dominikanische Republik zu ziehen. Außerdem wollte ich meinen Ehemann näher kennenlernen. So zog ich im März 2011 nach Bavaro und wir haben zusammen gelebt, ich habe sein Land und seine Familie kennengelernt und wir haben am 11. September 2012 in Higuey geheiratet. Da meine Aufenthaltserlaubnis im März 2013 abgelaufen war und die Verlängerung sehr teuer ist und ich auch keine Zukunft in der Dominikanischen Republik für uns gesehen habe, bin ich wieder nach Deutschland zurück gegangen. Ich war der Meinung, dass es einfach sein wird meinen Ehemann nach Deutschland zu holen, da ich ja schon mit ihm gelebt und ihn kennengelernt habe. Doch leider wurde ich eines Besseren belehrt.

Hinzu kommt noch, dass ich von meiner Familie keinerlei Unterstützung erhalte. Ich bin ohne Wohnung und ohne Arbeit im März 2013 in Frankfurt angekommen. Ich durfte bei meinem Bruder in Berlin wohnen, jedoch nicht für lange. Es ist für mich immer noch sehr schwer eine Arbeit in Deutschland zu finden. Ich habe viele Bewerbungen geschrieben und nur Absagen erhalten. Ich weiß nicht, woran es liegt, aufgrund meines ausländischen Namen oder meines Alters oder meiner Situation?

Mein Ehemann hat im April einen Antrag auf Ehegattennachzug gestellt und ich benötigte erst einmal eine Wohnung von mind. 50 m², die habe ich jetzt. Das Visum wurde abgelehnt aufgrund dessen, dass mein Ehemann kein Deutsch spricht. Ich habe ihm Bücher mit einem Bekannten gesendet und auch als ich dort war, habe ich versucht, ihm Deutsch beizubringen. Ich bin jedoch keine Lehrerin und uns fehlte auch die Zeit, denn wir waren beide berufstätig. Mein Ehemann kann nicht den Kurs der Botschaft in Santo Domingo besuchen, weil er 1. sehr teuer ist, 2. er keine Verwandten in Santo Domingo hat, wo er übernachten könnte und 3. bekäme er nicht 9 Wochen Urlaub, um den Test zu machen. Wir haben mit einem Anwalt aus Berlin Beschwerde eingereicht und die Richterin der Verwaltungsgerichtes will nun den Fall Dogan abwarten und hat uns auch Prozesskostenhilfe bewilligt.

Meine psychische Belastung ist enorm, denn die vielen Absagen belasten mich sehr. Mein Vater unterstützt mich in keinster Weise, er zieht mich sogar noch vor Gericht, dass ich auf Unterhaltsleistungen aus einem Titel verzichten soll. Zu allem Übel ist er Rektor einer Grundschule! Meine Mutter ist nicht damit einverstanden, dass ich mit einem Ausländer verheiratet bin und unterstützt mich deshalb auch nicht.

Das Verwaltungsgericht hat die Klage abgewiesen und das Auswärtige Amt hat uns als Ausgleich angeboten, dass mein Ehemann den Kurs im Ausland machen soll, er muss den Test aber noch nicht einmal bestehen und dann dürfte er kommen. Wir haben uns auf diese absurden Vergleich nicht eingelassen und haben die Klage zum Bundesverwaltungsgericht gebracht. Dieses hat die Klage ebenfalls abgewiesen. Danach haben wir vor dem Bundesverfassungsgericht Beschwerde eingereicht, die auch abgewiesen wurde.

Nun haben wir vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Beschwerde eingereicht und warten auf dessen Antwort. Ein Besuchsvisum zur Familiengründung und zum gemeinesamen Feiern des Weihanchtsfestes 2016 wurde mit der Begründung abgelehnt, dass die Chancen, dass mein Ehemann nach dem Besuchsvisum nicht wieder in sein Heimatland zurückkehrt gering sind. Nach all diesen Niederlagen habe ich mich nun dazu entschieden, ins Ausland zu ziehen. Dazu habe ich mich nun als Walflüsterin 2016 in der Dominikansichen Republik beworben und benötige hierfür noch Votes. Es wäre sehr nett, wenn ihr mir helfen könntet, mehr Votes zu erhalten.

https://www.walfluesterer.de/profile/Juana/?fb_action_ids=986623444731531&fb_action_types=og.likes

Ich habe auch schon daran gedacht unsere Geschichte öffentlich zu machen und einige Fernsehsender angeschrieben, jedoch bestand kein Interesse (RTL, PRO 7). Die Marketingleitung von der Fluggesellschaft Condor habe ich auch angeschrieben bezüglich einer Marketingmaßnahme mit unserer Erfahrung. Es bestand zwar Interesse aber die Kosten und Planung wären zu umfangreichn

Ich würde mich freuen, wenn endlich Gerechtigkeit in dieser Sache herrschen würde. Für uns persönlich wünsche ich mir einen gesicherten Arbeitsplatz im Ausland, sodass mein Ehemann und ich endlich wieder vereint sind nach nun mehr als zwein einhalb Jahren ungewollter Trennung.

Von ganzem Herzen dankend,

Juana Lene Martínez Almanzar.

Origin:
Dominikanische Republik
Destination:
Deutschland
Purpose:
Ehegattennachzug
Name:
Ehemann: Aleisi Antonio Martinez Almanzar, Ehefrau: Juana Lene Martínez Almanzar.
Occupation:
Hotelgewerbe

2 thoughts on “Ich war der Meinung, dass es einfach sein wird meinen Ehemann nach Deutschland zu holen. Doch leider wurde ich eines Besseren belehrt.”

  1. Hallo Juana,

    Ich kann deine Enttäuschung sehr gut verstehen, da ich mich mit meiner Ehefrau aus Santa Domingo in einer ähnlichen Situation befinde. Interessant ist der Umstand, dass ich mit meiner Frau noch nicht einmal in Deutschland leben möchte, sondern in Spanien. Ich bin aber Deutscher und muss insoweit meinen Antrag in Deutschland stellen.

    Wie sieht es inzwischen bei Dir aus? Wenn Du möchtest freue ich mich über eine Email von Dir.
    Alles Gute bis bald villeicht…
    Andy

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